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Freitag, 14. November 2014

Zyklus lyrische Momente: Herbst-Welt



Bunte Welt des Herbstes


Blau wie das Meer überspannt Himmel die Welt,
Sonnenstrahl wärmt Menschen und Feld.
Rot leuchtet der Apfel im alten Baum,
warm ist das Licht, ein Herbsttag-Traum.

Gelb die Stoppeln auf den Feldern,
ein Rot-Grün-Gelb in allen Wäldern,
das Braun gesellt sich noch dazu,
bald die Nacht gibt allen Farben Ruh'.

Die Ernte liegt wohl in der Scheuer,
hier und da gibt es Kartoffelfeuer,
der Grünkohl noch im Garten steht,
bald von Frost und Wind umweht.

Grauweiß der Vorhang deckengleich
bedeckt des Morgens Erdenreich.
Und manches Tier und jedermann,
der schafft sich nun noch Vorrat an.
Wenn auch das Herbstspiel ohnegleichen,
bald wird die bunte Welt dem Winter weichen.
                                                    Georg Hainer



Der westfälische Schriftsteller Georg Hainer beschreibt in seinem "Lyrischen Zyklus" nicht nur den Herbst. Die aktuellen Beiträge sind der Jahreszeit geschuldet. Seine Gedichte zeigen auch andere Jahreszeiten, erzählen von Heimat und Rückkehr, verwunschenen Landschaften und Träumen.
Gedichte finden sich auch in den verschiedenen Heimatbändchen, die im Verlag Buch-Juwel, Siegen, entstanden sind, von der Bergmanns-Poesie bis zum Heimat-Rückblick in späten Jahren. 


Samstag, 29. Mai 2010

Der Zeiten Lauf





Die Lebenslinie ist bestimmt
von Zeit, die nach und verrinnt,
von des Geburtes Stund’
dreht sich die Lebensuhr im Rund.

Von der Stunde Null geht’s unumwunden,
bist in die letzten Deiner Stunden.
Zurück ist’s wie ein Buch gewesen,
das Du von Seite 1 gelesen.

Chronos, so der Name für die Zeit,
vom Erdbeginn zur Ewigkeit.
Zurück kann niemand sie je treiben,
es muss ein Wunschtraum bleiben.

Sie anzuhalten, oft wär’s zu erstreben,
bei Glücksmomenten hier im Leben,
selbst dazu doch die Zeit sagt „nie“,
deshalb sorgsam pflege sie.

Denn wie viel Tag und wie viel Nacht,
steht einzig in des Schöpfers Macht.
Mit jedem Wimpernschlag, so ist es eben,
zerrinnt ein weit’res Stückchen Leben.
Georg Hainer/2010

Freitag, 17. Juli 2009

Spots

Wüsste ich, dass die Welt morgen unterging,
würde ich keinen neuen Baum pflanzen. Wozu?

Liebe und Treue
haben ihre Langatmigkeit verloren.
Man atmet kürzer für neue Luft.

Paare geben sich Ja-Wörter.
Sie werden so schnell übersehen
wie Verkehrsschilder.

Das wahre Glück ist
weder ermessbar noch erforschbar.
Es wird individuell gelebt.