Freitag, 31. August 2012

Luna - so mondig





Gelbe Kugel überm Berg,
lichterfüllt, so gelblich fein,
ist allein Natures Werk,
wollt ich wohl dort oben sein?

Strahlet sanft am Firmament,
Farbton in die Nacht hinein,
als Luna man ihn weltweit kennt,
wollt ich wohl dort oben sein?

Hinter Wolken jetzt versteckt,
nur noch spärlich ist der Schein,
doch nur zum Teil ist er verdeckt,
wollt ich wohl dort oben sein?

Luna, Mond, war stets Begleiter,
schon in der Kindheit stets im Sinn,
so bahnt er sich nun immer weiter,
nein, da muss ich nicht mehr hin.
Will auf Erden bleiben,
in sehen gern, so lang es geht,
lass mich nur von Träumen treiben,
Vollmond ist, seht doch, seht.
Georg Hainer

Freitag, 16. März 2012

Frühlings-Gedicht



Wenn die Schneeglöckchen schon da sind,
lugt bald auch Buntes aus der Frühlingserde. Foto: presseweller



Linde Frühlingluft

Sonnenkuss auf Matten, Wiesen,
lässt Schneeglock, Krokusse ersprießen,
durchs Haar streicht lind die laue Luft,
reich angefüllt mit Frühlingsduft.

Natur des Winters Arm entrissen,
erwacht mit bunten Blütenkissen,
denket dran, wie's war noch eben,
der Frühling steht für neues Leben.

Morgengruß durch Fensterscheiben,
„die Sonn ist da“, will gerne bleiben,
ins Gemüt ihr Lichte dringt.
Die Schar der Vögel singt.

Neues Wachsen, Werden,
aus den sonn-verwöhnten Erden,
die Natur nimmt ihren Lauf,
der Mensch, er blüht im Frühling auf.
Georg Hainer

Gedicht: Drunten an der Sieg

Drunten an der Sieg

Runter an die Sieg gegangen,
von Badewunsch sogleich umfangen,
von des Ufers grüner Wiese
es sich wohl schon machen ließe.

Wie erfrischend in der Morgensonne,
welche doch so große Badewonne.
Ruhig strömt der Fluss dahin,
hab' Heimat, Siegerland, im Sinn.

Am Rothaarkamm die Sieges-Quell,
von dort an fließt sie mäßig schnell,
durchs so lieblich Netpher Land
und ist in Siegen schon alsbald.

Über Betzdorf, Wissen, Hamm sodann,
bis mit dem Rhein sie sich vereinen kann.
Na, nun überlegt am Lauf mal hin und her,
ja Siegerländer Wasser, es ist auch im Meer.

Da staunt man doch und ist befrommt,
wie schnell man ins Sinnieren kommt.
Mit einem Morgenbad fing alles an,
doch die Sieg begleitet mich ein Leben lang.
Georg Hainer

Samstag, 29. Mai 2010

Der Zeiten Lauf





Die Lebenslinie ist bestimmt
von Zeit, die nach und verrinnt,
von des Geburtes Stund’
dreht sich die Lebensuhr im Rund.

Von der Stunde Null geht’s unumwunden,
bist in die letzten Deiner Stunden.
Zurück ist’s wie ein Buch gewesen,
das Du von Seite 1 gelesen.

Chronos, so der Name für die Zeit,
vom Erdbeginn zur Ewigkeit.
Zurück kann niemand sie je treiben,
es muss ein Wunschtraum bleiben.

Sie anzuhalten, oft wär’s zu erstreben,
bei Glücksmomenten hier im Leben,
selbst dazu doch die Zeit sagt „nie“,
deshalb sorgsam pflege sie.

Denn wie viel Tag und wie viel Nacht,
steht einzig in des Schöpfers Macht.
Mit jedem Wimpernschlag, so ist es eben,
zerrinnt ein weit’res Stückchen Leben.
Georg Hainer/2010

Samstag, 7. November 2009

Herbstschleier über weitem Land



Nebel steigt auf. Verwunschene Stimmung.
Foto: DIALOGPresseweller


Wie ein Schleier weiß gelegt,
langsam übers Land,
in roter Glut die Sonn’ vergeht,
dort fern am Waldesrand.

Sind es Pferde schemenhaft,
die weiden dort im grauen Wabber?
Dämmerung gewinnt an Kraft,
kommt vom Weg dort Hufgeklapper?

Versunken ist der rote Feuerball,
Dunkel bricht herein,
verleisert ist der Widerklang,
bald fahler Mondenschein.

Dunkel-Gräue über weitem Land,
Flüstern dringt aus Wiesen, Wald,
wo manch Wesen sich zusammenfand,
geheimnisvoll, den Menschen unbekannt.
Georg Hainer

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Herbst-Romanzen

Sanft streift Wind durch
gelb-rot-grünen Wald,
die Nächte schon oktoberkalt.

Tags noch wärmt der Sonne
glitzernd-goldner Strahl,
morgens Nebel aus dem Tal.

Leicht zieh’n Wolken
weiß durchs Himmelsblau,
nicht mehr fern Novembergrau.

Abgeerntet sind die Felder,
legen sich zur Jahres-Ruh,
bald deckt Schnees-Weiß sie zu.
Georg Hainer

Freitag, 31. Juli 2009

Kleopatraianische Sphinx-Träume



Sah ich sie, Kleopatra,
nächtens im Tieftraum,
die göttliche Herrscherin.
Selbst dem Lande so fremd.
Sie, selbst die Römer
in ihren Bann ziehend,
Thronendes etwas. Bewusst.

Sind’s Schimären, die ich sehe,
entführt in fremdes Land,
doch traumvertraut.
Die Doppelgesichtigkeit
der verwunschenen Sphinx,
wachend, schauend.
Ein Für-Immer.

Aber bald schon entflohen
der Arme des Morpheus,
alles noch klar vor Augen,
geschaut zu Prunk, Kleopatra, Sphinx.
Frage ich mich unwissend selbst:
War es schon einmal ehedem,
dass ich lebte. Leibhaftig.
Georg Hainer