Dienstag, 20. März 2018

Ostern früher: Der Hase leistete gute Arbeit



Eier im Garten – manches Mal bei Schnee - suchen




Zur Osterzeit gibt es überall schöne und teils üppige Dekorationen. (Fotos/ Repros: (c) presseweller)

Im März 2018. Bis heute scheint sich der Spruch von Mutter, Vater, Oma oder Opa an die Kinder gehalten zu haben: „Komm schnell ans Fenster, der Osterhase!“ Waren wir dann flugs da, hieß es dennoch: „Schade, er ist gerade um die Ecke.“ Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, weil er zumindest wohl die Nester gefüllt hatte. Wenn nach dem Winter das Osterfest nahte, war das für uns Kinder und auch für die Eltern und Erwachsenen eine besondere Zeit. Der Frühlingsanfang war gemacht. Ostern kam mal etwas früher und mal etwas später. So war das Wetter längst nicht immer verlässlich. Manchmal mussten wir die Eier im Schnee suchen. Da war es praktisch, dass sie bunt gefärbt waren, und die zuständigen Hasen mit ihrer Mannschaft ganze Arbeit geleistet hatten. Oft aber schon strahlte auch die Sonne, und wir suchten die grünen Moosnester voller Eiern zwischen blühenden Krokussen, den letzten Schneeglöckchen und Büschen. Und dieses „Spiel“ des Suchens hat sich bis heute erhalten, weil unsere Freunde und wir es mit unseren Kindern ebenso hielten, und die es nun wiederum in ihren Familien weiterhin pflegen. Wie schön.




Im ewigen Kreislauf des Lebens legt sich die Natur im Frühling ein buntes Kleid an. 


Zu Ostern hat sich die Natur bereits ein grünes Kleid angelegt, und wenn die Sonnenstrahlen über blaue Krokusse und andere Frühjahrsblüher springen, dann wärmt das die Herzen und bringt tief drin Freude und Zufriedenheit. So oft ist der Frühling besungen und bedichtet, um dem Blühen und Grünen und den aufflammenden neuen Gefühlen nach dem vielleicht harten, aber meist zumindest kalten Winter Auftrieb zu geben. Auch in diesem Jahr wird er dringend erwartet, nachdem Väterchen Frost noch in der 3. Märzwoche heftig unterwegs war, eisiger Wind inklusive. Aber, wir halten es mit Emanuel Geibel, bei dem es im Gedicht heißt … es muss doch wieder Frühling werden …!, und Eduard Mörike „Frühling lässt sein blaues Band ...“. So hoffen wir wie früher und freuen uns auf Ostern.


Mit künstlichem Moos ist das Osternest auf dem Tisch dekoriert.



Moos sammeln
In der Vorwoche zum großen Christenfest ging es mit Mutter oder Eltern in den Wald, um Moos zu holen. Das bildete mit seinem Dunkel-bis-Hellgrün und der weichen, angenehm zu fassenden Struktur schließlich die Grundlage für die so ausgepolsterten Nester. Noch mehr als in den Gärten begleitete uns im Wald von allen Seiten das Vogelgezwitscher, mal aus den hellgrünen Birken, den Buchen und Eichen und mal aus den dunklen Fichten und Tannen, die sich ehedem noch mit ihren schneebedeckten Zweigen als wahre „Weihnachtsbäume“ gezeigt hatten. Für die Vogelschar, die schon einige Zeit wieder aus dem Süden zu uns zurückgefunden hatte, hieß es: Nester bauen. Schließlich soll es der Nachwuchs gemütlich haben. Zu Hause war österlich dekoriert, mit grünen Zweigen, Hasenfiguren und ab und zu mit bunten, ausgeblasenen Eiern. Später standen dann ab und zu auf einem Bord auch Figuren der „Häschenschule“. Schule war auch für die Schulkinder wichtig. Früher stand Ostern noch wegen eines anderen Termins im Gedächtnis: Vor den Ferien gab's die „Versetzungs-Zeugnisse“, die „Giftblätter“.



Karfreitag, "dunkler" Kreuzigungs- und stiller Feiertag. Bald aber schon erhellt sich die Welt wieder. Auferstehung!


Ruhige Tage mit Kirchgang
In der Karwoche ging es zu Hause ruhiger zu, vor allem ab Gründonnerstag. Viele hatten bereits seit Aschermittwoch gefastet. Manche Spielfreunde verzichteten in dieser Zeit auf Klümpchen, Bonbons. Besonders von Gründonnerstag bis Karsamstag hieß es in vielen Familien „Schmalhans Küchenmeister“. Ohnehin standen in den 1950er-Jahren während der Woche meist keine üppigen Fleischspeisen auf dem Essensplan. Vor dem Ostertag kochte Mutter dann zum Beispiel Spinat und Kartoffeln mit Eiern, an Karfreitag gab es meist gebratenen Fisch. Den konnte man donnerstags im nahen Konsum holen. Manche gingen Karfreitag und an Ostern in die Kirche, die meisten zumindest am Osterfeiertag. Man gesellte sich mit Nachbarn zum Kirchgang. Die Dunkelheit und Stille zum Kreuzigungsgeschehen in Golgatha war gewichen, das Leben hatte über den Tod gesiegt, wie es uns unser abendländischer Glaube seit Generationen gelehrt hat. Auferstehung! In den Gesichtern der Gottesdienstteilnehmer stand Freude, sie strahlten Güte und Wärme aus.
Wir Kinder hatten schon vor dem Kirchgang die Nester gesucht und die bunte Eier-Vielfalt eingesammelt. In späten Jahren war auch manchmal ein Schokoladen-Ei oder -Osterhase dabei.



Noch ist es frisch beim Frühlingsspaziergang.



Spaziergänge und Besuche
Ostern waren Tage im sonntäglichen Glanz. Alle waren festtagsgemäß, sonntäglich, gekleidet. Die Frauen und Mädchen in Kleidern oder Blusen und Röcken, die Jungs und Männer in Anzügen oder Kombinationen mit teils hellen oder weißen Hemden und meist Krawatte. Nein, mit Jeans und Co. war kaum jemand unterwegs. Festtäglich eben. Schön, feierlich, gut.
Alleine in der Familie oder mit guten Bekannten gab es gemeinsames Kaffeetrinken mit Obstboden, Torte und Marmorkuchen. Oft schloss sich ein Spaziergang durch den nahen Wald an. Wie heute noch gepflegt, fanden wir Kinder hinter diesem und jenem Baum oder Busch noch bunte Eier. Der Osterhase ist eben fleißig!
Am anderen Feiertag ging es zu Besuch bei den Großeltern, wo teils auch die Tanten und Onkels mit Familien in der Nähe wohnten. Da gab es dann für uns Kinder nochmals bunte Eier und für alle Nachmittagskuchen und gemütliches Beisammensein. Wir Kinder, die Lotte, Susanne, der Lothar, Heinz, der Wolfgang und … und … waren außerdem mit Eier-Dippen, -Detschen, -Kippen, Eier-Weitwurf und -Hochwurf über die Wäscheleine beschäftigt. Welches Ei ist am stabilsten? Zerborstene mussten an den „Sieger" abgegeben werden. Aber das war ein Hin und Her und hat Spaß gemacht. Alles das sorgte für erfüllte Festtage, die uns am nächsten Tag wieder unbeschwerter in den Alltag eintauchen und uns andere fragen ließen: „Hattet ihr schöne Ostern?“, worauf es meist ein zufriedenes „Ja!“ gab.



Kunterbunte Eierwelt aus der Hasenwerkstatt.



Ostern und Frühling
Wie ist das schön, wenn wir Menschen an Ostern sowie anderen Festtagen einmal ein gutes Stück des Alltags hinter uns lassen. Uralte Bräuche und Feste sowie der Name der germanischen Frühlingsgöttin Ostera werden zur Erklärung für das Wort Ostern herangezogen. Eier stehen für die Fruchtbarkeit, wenn auch die Hühner als Produzenten eher im Hintergrund bleiben. Der Hase hat ihnen die Schau „gestohlen“. Und über allem steht der Frühling, der für neues Leben und Erneuerung der Natur steht, jahrein, jahraus. Er beschert uns, ob zur Kinderzeit oder heute, stets das Wiedererwachen der Natur, taucht Landschaften in ein mildes Grün und bunte Blumenfarben. Er zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter, verschafft dem Leben neuen Atem und zeigt das Wunderwerk Natur in wieder neuem Glanz, zeugt von den Geheimnissen allen Lebens.      Jürgen Weller

...........Fotos aus verschiedenen Jahren. Jürgen Weller berichtet seit Jahren über Feiertage und zu Siegerländer Leben. Über die Homepage www.buch-juwel.de sind Magazine und Poster abrufbar, außerdem gibt es eine umfangreiche Mundartliste in "Siegerländer Platt", die ohne Anmeldung aufgerufen werden kann. "Siegerländer Mundart2 ist lexikonartig aufgebaut - mit Übersetzung und teils mit kurzer Erläuterung. .......... 

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Weihnacht ist's




Schnee, ein Baum mit Lichterschmuck leuchtet dezent in den Abend: Weihnacht. (Foto: presseweller)




Flockenwirbel überm Wald,
ein Stern so hell und klar,
Weihnacht ist es bald,
denke dran, wie's früher war.

Glänzend schön die Tann geschmückt,
Vergangenes auf einmal nah,
für ein'n Moment die Zeit entrückt,
die Weihnacht ist jetzt da!

                                 Georg Hainer


Über die Seiten von www.buch-juwel.de können Sie immer jahreszeitliche Themen, bis zum Gedichtband,und Magazine aufrufen. Für Siegerländer gibt es aktuell das 8-seitige Magazin "Et ess Chresdach" mit Mundartbeiträgen, einschließlich Übersetzung.  

Mittwoch, 15. November 2017

Ein Blick zum Himmel: Totengedenktage


Memento Mori, gedenke des Todes, so ist es hier und da auf Friedhöfen zu lesen. Nach Allerheiligen kommen jetzt noch Volkstrauertag und Totensonntag. (Abbildung: wellSi-made)

Friedhofsbesuche von Allerheiligen und Allerseelen bis zum Totensonntag


15. November 2017. Siegen (DiaPrw). So manche werden sich noch an ihre Kindheit erinnern, an denen es zu den Totengedenktagen mit den Eltern zum Friedhof ging. Bei uns war das aufgeteilt: an Allerheiligen auf den Westerwald, an Totensonntag in die Hermelsbach und ins Freudenberger Land. Die Gräber wurden geschmückt, der Verstorbenen gedacht. Abends leuchteten die Lichter von den Friedhöfen, trugen bei allen dunklen, traurigen Gedanken Helle in die Welt, dass Licht des Lebens. Stille Tage waren es bei uns allemal.
Tage zum offiziellen Gedenken an die Verstorbenen sind ein schon lange gepflegter Brauch. Die kirchlichen Feiertage stehen neben den ganz persönlichen Gedenktagen für verstorbene Angehörige wie Geburtstag und Sterbetag. In der katholischen Kirche sind der 1. und 2. November, Allerheiligen und Allerseelen, feste Termine zum Totengedenken. Bei den evangelischen Christen ist es der heute Ewigkeitssonntag genannte Totensonntag, der stets auf einen Sonntag fällt und in diesem Jahr am 26. November begangen wird. Er ist ein so genannter beweglicher Feiertag wie der Tag des Gedenkens an die Toten der Kriege und von Gewaltherrschaft, der staatliche Feiertag, der Volkstrauertag. Er wird in diesem Jahr am Sonntag, 19. November, begangen.

Gedenke des Todes
Hier und da finden sich auf Inschriften am Friedhof die zwei lateinischen Worte Memento Mori, gedenke des Todes oder, freier, besinne dich des Todes. Schließlich läuft das Leben ab der Geburt dem Ende zu. Die einen müssen früher „gehen“, und wir meinen oft „viel zu früh“, wenn wir an nächste Angehörige denken, andere später. Das Erdenleben ist begrenzt. Unserem christlichen Glauben nach gilt aber das „Weiterleben nach dem Tode“. So ist das irdische Ende nur der Übergang in den Himmel, in die Ewigkeit. So kennen wir es aus dem Worte Jesu im Johannes-Evangelium: „… Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.“

Sicher, längst nicht jeder glaubt an diese Worte. Aber die meisten werden im persönlichen Umfeld zumindest miterleben, dass Verstorbene nicht vergessen ist, sondern in unseren Herzen, besser im Kopf, im Gedächtnis, weiterleben. Weil man sich in bestimmten Situationen an frühere Tage erinnert oder im Kreise von Bekannten und Verwandten sagt: „Weiß Du noch, wie unsere Mutter – hier stellvertretend für alle anderen – das damals gemacht hat?“ Und ist es auch nicht Weihnachten so, dass wir diese mit vielen Erinnerungen an früher verbinden? Schön! (jw)

Samstag, 12. August 2017

Als Kinder noch gedacht: Alles soll so bleiben!

Der Kindheit-Gedankenwelt und viele Veränderungen


Zusammengestellt von Georg Hainer



Der Rosterberg in Siegen mit seinen Straßen und Wäldern war unser Wohngebiet. (Fotos/ Repros (c) presseweller)


Als wäre es gestern, so denkt man an die Zeit, als wir noch Kinder und unbeschwert waren. „Weißt du noch, was wir damals beim Fußball für kleine Tore in der Straße hatten?“ fragt dann ein Spielkamerad von früher. „Früher“, das liegt in dem Fall gut 60 Jahre zurück. Und gar so viele, mit denen ich darüber sprechen kann, gibt es gar nicht mehr. Jedenfalls war Langeweile in unserer Kinderzeit kaum einmal angesagt. Nie habe ich damals erwartet, dass ich diese kleine Gasse inmitten des Hügels, umgeben von Gärten und Wäldern, jemals verlassen zu müssen. Es sei denn auf die Weise, wie es dem alten „Ohm“ genannten Nachbarn einstens ergangen war, der in einem großen hölzernen Behältnis aus dem Haus getragen wurde und fortan in „unserer Straße“ nicht mehr gesehen ward. Das Behältnis sei ein Sarg, erklärten uns die Eltern. Und weil der „Ohm“ schon so alt gewesen sei, noch älter als unsere Omas und der Opa, sei er verstorben, tot. Das wiederum bedeute, dass er hoch in den Himmel umziehen müsse, von wo er aber auf die Gasse am Hügel und all das Drumherum schauen könne. Irgendwie sei er aber noch bei uns, weil wir uns an manches erinnerten. Ja, wenn er früher aufs Motorrad vorm Haus stieg, er später schlurfend durch den Hof ging, der erste VW Käfer vor seiner Tür stand, wenn er morgens „Gon Morje“ – guten Morgen – sagte, und auch daran, dass er dann und wann einmal heftig schimpfte, wenn wir Kinder zu viert oder fünft vor dem Haus lauthals mit dem Ball tobten, der manches Mal in seinen Garten sprang.

Wenn wir Jungen und die Mädchen Kriegel und Verstecken spielten, bei „Vater wie weit ich darf ich reisen?“ eine Fußlänge, einen kleinen Schritt oder mehrere „bis nach Kreuztal“ vorwärts durften oder der Spielleiter bei „Ochs am Berge, eins, zwei, drei“ mal langsam und mal plötzlich ganz schnell sprach und dann trotzdem ein Kind so aufmerksam war, ihn ablösen zu können, dann war das für Joachim*, Klaus, Jörg, Berthold, Reiner, Rolf, Heinz, Josef und Eberhard, für Ilse, Annemarie, Bärbel und Waltraud (*alle Namen vom Autor frei gewählt) und mich eine freudige, hoffnungsfrohe Welt und eine Zeit, die am besten nie geendet hätte. Schließlich gab es noch mehr der Spiele im Freien wie Räuber und Gendarm, Klickern, Seilspringen und - mehr für die Mädels - Gummitwist. Als wir etwas älter und größer waren, gesellten sich Köppen, Fußball und Federball sowie ab und an Hockey mit alten Krückstöcken oder Latten dazu. 


Für uns Jungs stand bis weit in die Jugend Fußball auf dem Programm. Mädchen schoben auch gern ihren Puppenwagen oder den Kinderwagen mit "neuem" Schwesterchen oder Brüderchen. 


Während einige Mädchen stolz mit ihren schönen Puppenwagen durch die Straße flanierten, gab es hier und da einen einfachen Holzroller, später auch mit Ballonreifen, und Dreiräder. Da es nun einmal nicht immer schönes Wetter gibt, lernten wir nach und nach Brettspiele, von Mensch-ärgere-dich-nicht über Halma bis Mühle und Dame, und Kartenspiele wie Schwarzer Peter über Mau-Mau bis Skat, wir konnten Papier- oder später Kunststofffische angeln, die in einem Pappviereck „schwammen“, und Dominosteine anlegen sowie unser Geschick bei Mikado beweisen. In der Familie wurde mit Buntpapier gebastelt, so dass je nach Jahreszeit Girlanden oder Sterne fabriziert wurden, wie es Jahrzehnte später auch noch unsere eigenen Kinder machten und ihre Freude daran hatten. Wir versuchten, aus Lehm Figuren wie Kasperköpfe und Männchen herzustellen, was nicht schlecht gelang, und die Mädchen begannen, mit der Strickliesel kleine Sachen anzufertigen.

So soll's immer sein - Veränderungen aber unaufhaltsam

Unter uns war das Band der Freundschaft mal weiter und mal eng verknüpft, aber alle, Jungen und Mädchen, waren Spielkameraden, bei denen dennoch wie überall, wo Menschen zusammen sind, hier und da einmal ein Streit aufflammen konnte, der meist nach kurzer Zeit wieder gelöscht wurde, obwohl wir damals von den seit wenigen Jahren häufig gebrauchten Begriffen wie Achtsamkeit und Empathie noch nie etwas gehört hatten. Bei uns hieß das beispielsweise „andere grüßen“, „freundlich sein“, „nicht zanken“, „sich wieder vertragen“ sowie bei Spiel und Sport auf andere und sich aufpassen. Nun, meist waren wir gut, manchmal auch schlecht drauf, also nicht so gut gelaunt, und Trotz gehörte ebenfalls zu den Marotten, die Kinder durchleben. Insgesamt lebten wir dennoch zufrieden in unserer Gassenwelt, und da wir bereits bei Gottesdienstbesuchen mit den Eltern oder im Kindergottesdienst von Ewigkeit gehört hatten, waren wir froher Dinge, dass unser Leben so wie bisher, mit uns allen zusammen, weitergeht, ewig so bleibt. Das hatte leichte Einschränkungen, weil wir natürlich sehr gerne auch größer und älter werden wollten, wie unsere Brüder und Schwestern - das schien so vorgegeben zu sein, wenn wir die Älteren betrachteten.



Unsere "kleine Welt", die Glückaufstraße in Siegen, in den 1950er-Jahren und in den 2000er-Jahren. Lindenbäume sind noch immer da. 


Leben nimmt seinen Lauf

Das Spiel des Lebens läuft jedoch anders, als wir gedacht hatten und wofür niemand etwas konnte. Man nennt es auch „Lauf der Dinge“. Vielen bekannt ist das philosophische Wort „panta rei“, alles fließt, wie der Bach, der Fluss, zu dem sich immer wieder andere Wasser gesellen, der von der Quelle der Mündung zustrebt, um dann meist in einem Meer zu enden, wo noch andere gelandet sind, er als einzelner nicht mehr erkennbar ist. Doch seine Aufgaben hat er gehabt und hat sie weiterhin, weil er eben auch mit seinem Wasser die Ozeane füllt. Er war und ist es, der zur Wasserversogung beitrug, einst Mühlen und später Generatoren zur Stromerzeugung antrieb, der Menschen Freizeitspaß bringt, ob zum Baden oder Boot fahren und in dem sich Fische tummeln. Wasser ist ein Lebenselixier. Unser „Lebensfluss“ ändert ebenfalls bald die Richtung. Die Schulzeit ist nah. Für uns Kinder beginnt sie unterschiedlich, weil wir nicht alle das selbe Geburtsjahr hatten. Wenn nun auch die einen vormittags nicht mehr auf der Straße waren, so hielt das den nachmitttäglichen Spieldrang nicht auf, der bei den einen eben erst nach den Hausaufgaben begann.

Lebensänderung. 1. Schultag. Das macht noch Spaß mit der Tüte, und lernen wollten wir auch etwas. Der Stofflappen link zeigt, dass man noch auf Schiefertafeln schrieb. Abwischen. 

Noch mit Schiefertafeln

Zu meiner Kindheit gibt es in den meisten Häusern Familien mit mehreren Kindern. Es muss stets Zuversicht gegeben haben: Die einen wurden während des Krieges geboren, als Väter irgendwo im Einsatz waren und vielleicht zur Geburtstzeit einen Urlaubsschein erhielten. Andere erblickten danach das Licht der Welt, als es noch die „armen Zeiten“ gab, in denen vieles durch Bombardierungen zerstört war und es darum ging, jeden Tag genug zum Essen zu haben und wo dennoch die Hoffnung auf Wiederaufbau und bessere Zeiten keimte. 
Manche Geschwister sind daher dem Alter nach mehrere Jahre auseinander. Das hatte für uns "Nachgeborenen" seine Vorteile. Die Älteren helfen bei den Schularbeiten und geben Tipps. Praktisch: Da zuerst noch auf der Tafel mit einem dünnen Kreidestift, dem Griffel, geschrieben wurde, konnte Falsches abgewischt und wieder neu versucht werden, was zweifellos später im Heft schwieriger wurde. 


Noch mit Tafel und Griffel in den 1950ern. Mit der Schule beginnt ein anderer Lebensrhythmus: weniger Spielzeit.

Mit Bleistift konnte der Radierer noch helfen, was dennoch meist deutlich erkennbar war, später mit Füllfederhalter sah das alles schon problematischer aus. Aber so war und ist das nun einmal. Jetzt nach dem Jahre 2015 wird es vielleicht bald wieder ganz anders sein, dann tippt man nur noch die Buchstaben in die Tastatur ein und kann das, wenn falsch, sofort korrigieren. Auf dem Monitor des PC oder Tablets bleiben keine „Schleifspuren“ zurück! Wir lernten Schritt für Schritt sorgsam Lesen, Schreiben und Rechnen, wenn auch meist über 40 Schüler in einer Klasse waren.Da es rückblickend zu dieser Zeit zum Glück noch keine Experimente mit neuen Lern-, Schreib- und Rechenmethoden gab - wie später die so genannte Ganzheitsmethode, die unsägliche Mengenlehre usw. - konnten unsere ältere Geschwister uns bei den Hausaufgaben gut behilflich sein. Wir hatten auch noch Religion und Heimatkunde, damit wir erfuhren, was es in unserem Landstrich für Flüsse und Mittelgebirge gibt, unsere Heimat näher kennenlernten und später erkannten, wie gut das war, weil Heimat in Örtlichkeiten, Sprache, Kultur und in Erinnerung stets etwas Besonderes ist.

Durch die Schule waren bereits erste Veränderungen spürbar. Diejenigen, die die selbe Volksschule besuchten, sahen sich auch in der Klasse oder zumindest am Pausenhof, ansonsten kam man erst nachmittags zusammen. Warum? Die Schulen bei uns, Diesterweg und Hammerhütte, waren konfessionell angelegt. Zu weiteren Veränderungen kam es nach den Klassen 4 und 5: Manche blieben in der Volksschule, andere wechselten zur Realschule oder zum Gymnasium. Eventuell traf man dann den einen oder anderen dort wieder.


Spiele standen auch in der Jugendzeit noch auf dem Programm: Brettspiele wie Mensch-ärgere-dich-nicht, Mühle, später Schach und Kartenspiele, Skat inklusive.  

Nach der Schulzeit alles anders

Zwar wohnten wir noch alle in unserem Viertel, aber die Schulzeit zeigte einen ersten Lebenseinschnitt, durch den wir bereits ein gutes Stück entfernt von unserem Wunsch waren, dass es immer so bleiben möge wie in unserer früheren Kindheit. Mit dem Berufsleben kam das noch dicker. Nun war schon bald klar: Wie es früher war so immer, wird es nimmer. Das Leben geht dahin, und wir sind fest eingebunden in diesen geregelten und immerwährenden Alltag, der nur Ausnahmen in Ferien oder in Urlauben macht und weiterhin Begleiter sein wird – wie für Generationen vor und absehbar nach uns, weil wir lernen, dass man irgendwie „funktionieren“ muss, wie es neulich einmal die um die dreißigjahrige Mutter der jungen Familie ausdrückte: „Du musst fast jeden Tag 'Gas geben', damit alles läuft.“ Wie schön, dass das zu unserer Zeit noch nicht so ausgeprägt war, obwohl während der Kindheit die Väter oft noch samstags arbeiteten und wir auch samstags zur Schule gingen und es der Erinnerung nach dennoch weniger Hektik und Stress für alle gegeben hat. Wie ruhiger das Leben war - zumindest in der Erinnerung.

Weniger gemeinsam – Lehre und Studium

Abgesehen von unseren älteren Geschwistern, machten zu meiner Zeit Bertold und Heinz den Anfang. Sie waren die ersten, die nachmittags nicht mehr zu Spiel und Spaß zur Verfügung standen. Arbeit dauert bis zum späten Nachmittag. Das ging nach und nach nun reihum. Eventuell traf man sich am frühen Abend noch, aber auch nicht lange, weil das Berufsleben erst einmal ungewohnt war. Man war um die neun Stunden von zu Hause weg und musste je nach Arbeit wieder früh raus. Wenn man sich traf, erzählten die Lehrlinge, die schon lange Auszubildende oder „Azubis“ heißen, was so auf dem Programm stand. Je nach Lehre mal Feilen und Co., mal Ablage und Briefe schreiben – nur einmal verkürzt gesagt zu den verschiedenen Berufsfeldern. Gut war, dass alle „am Ort“ unterkamen. Firmen unterschiedlichster Ausrichtung, von Handwerk bis Industrie, und Verwaltung, gab es genug in Siegen und im Siegerland, sodass die meisten ihren Arbeitsplatz zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen konnten. In der etwas späteren Jugendzeit, als man sich ans Arbeitsleben oder das gegenüber früher intensivere Schulleben gewöhnt hatte, begann es dann, dass zumindest einige wenige an Wochenenden gemeinsam etwas unternahmen. 
Jungen und Mädchen unserer Straße waren seit der Pubertät, die wir natürlich ebenfalls durchlaufen mussten, kaum noch zusammen. Vielleicht hat sich im Einzelfall mal etwas Schwärmerisches von dieser oder jener Seite eingestellt, aber es wurde nie mehr. Alle, die mir bekannt sind, hatten bald Partner aus anderen Wohngebieten oder Orten, gemäß dem alten Spruch „Wo die Liebe hinfällt“.

Die Spielkameraden und Freunde von früher, die „Abitur in der Tasche“ haben, entschließen sich meist zum Studium. Sie ziehen nach Marburg, Bonn oder weiter und kommen auch nicht jedes Wochenende nach Hause. Wir sehen uns alle nur noch selten. Die Zeit rennt dahin. Nach Abschluss ziehen viele auch nicht mehr in ihren Heimatort. Eventuell verabredet man sich mal zu einem Treff, wenn sie vor Ort sind, oder besucht sich mal.

Viele neue Einschnitte

Jetzt sind wir am Ende von Lehre, Schul- und Studienzeit. Gegenüber unseren früheren Gemeinschaft hat sich bereits sehr viel verändert. Obwohl wir inzwischen alle über 18 Jahre jung sind, gehen nur noch einige wenige an Wochenenden gemeinsam aus, gemütlicher Treff in einer Gaststätte, die es damals noch an jeder Ecke gab oder auch einmal in die Disco und einige Male auch zum früher obligatorischen Spaziergang mit Einkehr am 1. Mai.
Neue Einschnitte kommen. Mit abgeschlossener Lehrausbildung in der Tasche und vom Betrieb übernommen, entscheiden sich einige dennoch, auswärts zu arbeiten. Das geht dann bis nach Norddeutschland, zum Beispiel Marine. Diejenigen, die ihr Studium abgeschlossen hatten, gingen häufig in andere Orte. Außerdem steht für junge Männer Bundeswehr auf dem Pflichtplan: Wehrdienstpflicht. Sie trat 1956 inkraft, die politischen Bemühungen dazu begannen bereits Jahre zuvor. (Details bei wikepedia und anderen Portalen). Das war zu einer Zeit, als viele unsere Väter, teils mit Verwundungen vom Krieg gezeichnet, sagten: „Nie wieder“. Wahrscheinlich gab es für die „Verteidigungs-Bundeswehr“ damals weltpolitische Gründe, vor allem wohl wegen der West-Ost-Trennung, was schon bald als „kalter Krieg“ bezeichnet wurde.

Von unserem früheren Wunsch „So sollte es immer sein“ war fast nichts mehr übrig geblieben, es war nur noch „Schnee von gestern“. Was wir uns in der Kindheit und unseren damaligen Vorstellungen noch gewünscht hatten, ist auf den Spuren des Lebens verblasst, es hat sich bereits zu diesem Zeitpunkt als Seifenblase erwiesen. Den Takt gaben und geben ständige Veränderungen, notwendige Anpassungen und Erfordernisse vor.



Nach und nach lernten wir, dass das Leben ein Buch mit vielen Seiten ist, mit mal lustigen und mal mit ernsten Geschichten, mal mit Kapiteln zu fröhlichen, mal zu traurigen Stunden.

Familiäre Dinge kommen auch

Irgendwann ist es soweit, dass mein Bruder heiratet. Damit verbunden ist allerdings auch, dass er wegzieht. Die Entfernung bis Geisweid ist so überschaubar, dass man sich öfter sehen kann. Aber eben nicht mehr täglich. Er hat mir beim Lernen geholfen, war stets da und hat auf mich aufgepasst, auch als ich schon älter war. Nach und nach konnte ich es überwinden, weil ich kurze Zeit später meine jetzige Frau kennenlernte und wir beide Paare stets viel gemeinsam unternommen haben. Auch die meisten anderen Kumpels von einst heiraten früh, haben die wichtigen familiären Interessen zu pflegen, viele ziehen um, weil in den meist kleineren Wohnungen oder Häusern der Platz nicht für zwei Familien reicht oder es im Wohngebiet nichts Passendes gibt.
Wohnungswechsel stand auch bei uns an, als ich noch bei den Eltern wohnte. Obwohl ich immer gerne in meiner Gasse, der Straße auf dem Rosterberg, bleiben wollte, kommt das mit 17 anders. Nach mehreren Anläufen wollen die Eltern nun endlich in eine neue größere, modernere Wohnung umziehen. Nicht so weit entfernt, immer noch am Fuße meines Hügels. Aber doch so völlig anders. Das Wohnen war komfortabler, und hier und da traf ich noch einen Kinderzeit-Genossen. Mit der eigenen Hochzeit kam dann nochmals eine Wohnänderung in die benachbarte Wohnsiedlung. Da nun alle früheren Kindheitsfreunde ihre eigenen Familien mit Kind oder Kindern hatten und andere weit entfernt wohnten, hatte sich vieles, nahezu alles, völlig verändert.

Wie der Lauf des Lebens geht: Opa, Omas und Tanten starben und dann irgendwann die eigenen Eltern, die wichtigster Teil der wunderschönen Kindheit waren. Schon früh verstarben mein Bruder und alte Straßenfreunde, Begleiter unbeschwerter Zeiten, von Spiel und Spaß. Den einen oder anderen der ehemaligen Spiel- oder Schulkameraden sieht man einmal hier und da und fragt: „Ist alles gut?“ „Im Großen und Ganzen, ja.“ Treffmöglichkeiten sind auch die Jubiläums-Konfirmationen und -Kommunionen. So ganz viel zu sagen hat man sich nicht mehr, weil jeder sein eigenes, völlig anderes Leben durchlaufen hat, weil die Lebensuhr ständig und unaufhaltsam bis zum Ende tickt.


Wäre schön gewesen
Die meist unbeschwerte Zeit der Kindheit können wir nicht festhalten. Die Zeit rennt dahin und fordert ihren Tribut, ist auf Zukunft und viele Veränderungen schon im nächsten Umfeld ausgelegt, Teil der Schöpfung, in der immer wieder neues Leben entsteht und altes verblasst. In diesem Kontext kann auch für uns persönlich der Wunsch „So möge es immer sein“ keinen Bestand haben. Oft schaffen wir als Teil aller Natur neues Leben, mal geht unseres zu Ende.
Dass alles ganz anders kommt, als wir uns das als Kinder erhofft und erträumt haben, ist Teil der Lebenszeit, zu dem sich nach und nach die Erfahrungen gesellen, in der wir die kindliche Unbeschwertheit hinter uns lassen, aber auch den Schatz der Erinnerungen bergen und versuchen, das Beste aus dem Lauf der Dinge zu machen. Das kleine Teil des Kindheitskuchens wird zur großen Erwachsenen-Torte mit vielen Stücken, die mal gut und weniger gut schmecken, mal zuckersüß, mal fruchtig oder herb sind.



Die Uhr läuft unerbittlich weiter, das Leben geht seinen Gang. 


Selbst, wenn wir im Himmel sind, wovon wir uns kaum reale Vorstellungen machen können, steht da noch das alte lateinische Wortspiel zweier Mönche nach der Frage, wie es da oben sein wird: Taliter aliter, "ganz anders". Das trifft aufs Leben zu: längst nicht so, wie einstens in der Kindheit gedacht oder gewünscht!


Alle, die eine wunderschöne Kindheit hatten, sollten es im Innern festhalten: „Was für eine Zeit, wie gut und schön, dass wir das erleben durften“. 

Freitag, 28. Juli 2017

Wald im lauen säuselnd Sommerwind



Mal wieder durch den Wald spazieren, tief die Duft-Luft einatmen und alle Sinne für Natur öffnen, zum Beispiel auf der Radschläfe am Rosterberg in Siegen. (Foto: presseweller)


Sie wiegen sich im Sommerwind,
Birke, Buche, Eiche, Fichte,
wie angenehm, das Lüftchen lind,
der Wald im glänzend Sonnenlichte.

Von Boden, Wald so fein der Duft,
ein Vogel krächzt, der andre tiriliert,
tief, tiefer atmen die gesunde Luft,
von Wald und Vögeln inspiriert.

Leicht federnd geh ich jeden Schritt
und fühl mich wie auf Daunen,
jeden Augenblick, den nehm ich mit,
der Wald versetzt in herzig Staunen.

Schon lang nicht nur die Flur spaziert,
ganz anders als in früh'ren Jahren,
und wenn darüber man sinniert,
fließt Erinnerung in Scharen.
Weiter säuselt nun der Sommerwind
durch Baum und Busch, die Luft so mild.

                                Georg Hainer

Donnerstag, 18. Mai 2017

Wie die Natur so spielt: Traum-Baum




Die Birke im morgendlichen Maiengrün. (Alle Fotos: presseweller)


Sonnenschein, dunkle Wolken und goldenes Licht


Es ist der 14. Mai 2017, der Muttertag. Kinder krabbeln etwas früher aus den Betten, damit sie ihre Basteleien für Mutti rechtzeitig aus den Verstecken holen können und helfen Papa etwas, den Frühstückstisch zu decken. Der Morgenhimmel bei uns in Siegen zeigt sich in feinem Blau mit einigen Schleierwölkchen, und die hohe, mächtige Birke im Nachbargarten, die uns Jahrzehnte Begleiterin ist, hat ihr schönstes Maiengrün-Kleid angelegt. Was für ein Tag! So begann es, und es blieb weitestgehend sonnig, was das Gemüt aufhellt und hier und heute passend zum Muttertag war. Schließlich haben es die Mütter dieser Welt verdient, dass es ein schöner Tag wird, ein kleines Dankeschön für alle ihre Mühen, Sorgen und Betreuung. Das Wetter am 14. Mai zeigt später sein Wechselspiel.  

Erst gegen Abend veränderte sich das Wetterbild: Dunkle Wolken zogen auf, der Himmel verdüsterte sich, Regentropfen, Grau in Grau. Sogar die Birke schien farblos zu sein. Doch das Gewölk hatte die Rechnung ohne die Sonne gemacht. Sie suchte sich eine Lücke, um noch einmal zu untermauern, dass sie heute gute Dienste getan hatte: „Hallo, ich bin noch da!“ Noch mehr als das, weil sie sich für nur knapp ein bis zwei Minuten in verschwenderischer Fülle zeigte und mit ihrer gelb-strahlenden Helligkeit zu einem furiosen Glanz-Höhepunkt ansetzte. Ja, wir hatten das Glück, just zu dieser Zeit aus dem Fenster zu schauen, Birke und den Wald am nahen Berg im goldenen Antlitz zu sehen, intensiv, prall, unbeschreiblich schön. Wir waren froh, das sehen zu können und hoffen, dass viele andere es ebenfalls erlebt haben, auch wenn es nur kurz währte.




Golden wirkt der Sonnenglanz auf Birke und Landschaft.


Mal so, mal so - Wie das Leben

Dann gewannen wieder die Wolken die Überhand, es dunkelte, Regen tropfte ans Fenster – und bald schon führte die Nacht das Regiment, aber nur bis zu einem neuen Morgen.

So spielt die Natur seit Ewigkeit und lässt uns bei all ihrer Macht auch immer wieder Schönes erleben. Ähnlich wie unser Gemüt und unsere Gefühle, die mal von Freude und mal von Traurigkeit beseelt sind, mal von Niedergeschlagenheit und mal von Hoffnung. Leben eben. Georg Hainer



Schon lässt das Wetter die Birke wieder „im Regen stehen“.


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Samstag, 13. Mai 2017

Schauen, sorgen, helfen: Mamas




Ein Gedicht, nicht nur zum Muttertag 


Mama, wie immer sie auch anders heißt,
wenn man durch die Welten reist,
ist doch vieles mehr als Name, Wort,
für Kinder dieser Welt ein Wohlfühl-Hort.

Behütet lange vor dem ersten Schrei,
in Mutters warmem Bauch wohlfeil.
Später erste Schritte, Worte, ja und da,
Mama sagen und Pa-pa.

Danach heißt es einfühlsam umsorgen,
bereiten auf das Leben, auf das Morgen.
Gut begleitet wächst das Kind heran,
bis später zum Erwachs'nen dann.

Bei Sorgen steht die Mama stets parat,
sie hilft, wie's geht, gibt guten Rat.
Schaut später man nach oben dann zurück,
erinnert man sich an der Kindheit Glück.
Danke, Mama, für Umsorgen, Rat und Tat,
dass mir im Leben oft geholfen hat!
                                            
                                                 Georg Hainer


Wohl wissend, dass es in meinem Umfeld häufig so war, aber wegen unterschiedlichster Begebenheiten wie Kriege und Unruhen sowie teils unschönen Scheidungs- oder Trennungsszenarien doch leider nicht immer so „traumhaft“ war und ist. Ich und viele andere meiner Generation sind froh, Mutter und Vater gehabt zu haben, die uns, trotz auch wirtschaftlich armer Zeiten, eine wunderschöne Kindheit und Jugend ermöglicht haben und die mit Rat und Unterstützung zur Seite standen. Danke Mama und Papa!!!!!!!!!!